Bristell bei der EAA AirVenture Oshkosh 2026

Ein bedeutendes Jahr für die allgemeine Luftfahrt

Vom 20. bis 26. Juli wurde Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin erneut zum Treffpunkt der internationalen Luftfahrt. Die EAA AirVenture Oshkosh gehört zu den größten Luftfahrtveranstaltungen der Welt und konnte in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord verzeichnen: Rund 734.000 Menschen besuchten die Veranstaltung, mehr als 10.000 Flugzeuge kamen in die Region.

Auch Bristell war 2026 wieder mit einer umfangreichen Präsenz vertreten. Für den tschechischen Hersteller war es dabei ein besonderes Jahr, denn zeitgleich trat mit MOSAIC eine wichtige Erweiterung der amerikanischen Light-Sport-Regelungen in Kraft.

Wir als deutscher Bristell-Händler waren selbst nicht vor Ort, haben die Veranstaltung jedoch anhand der Berichte und Eindrücke des Bristell-Teams verfolgt. Besonders interessant war dabei, wie stark sich die Themen rund um die Flugzeuge, die neue B23M und den persönlichen Austausch mit Bristell-Piloten durch die gesamte Veranstaltungswoche zogen.

Bristell präsentierte insgesamt fünf Flugzeuge auf dem AirVenture-Gelände. Zu finden waren die Flugzeuge unter anderem am Bristell-Stand auf den Ausstellungsplätzen 296 und 297 im Main Aircraft Display. Weitere Bristell-Flugzeuge waren an den Ständen von BRS Aerospace und Rotax zu sehen. Damit konnten Besucher verschiedene Bristell-Modelle aus nächster Nähe betrachten und sich direkt über Ausstattungen, Avionik, Motorisierung und die Möglichkeiten einer individuellen Konfiguration informieren.

Ergänzt wurde die Ausstellung durch Demo-Flüge, die während der gesamten AirVenture-Woche vom nahegelegenen Appleton Airport (KATW) angeboten wurden. Nach Angaben von Bristell waren sämtliche verfügbaren Demo-Flüge während der Veranstaltung ausgebucht. Das zeigt vor allem eines: Das Interesse an modernen, wirtschaftlichen und vielseitig einsetzbaren Leichtflugzeugen ist weiterhin sehr groß.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der diesjährigen AirVenture war die amerikanische MOSAIC-Regelung. Am 24. Juli 2026 trat der Teil des neuen Regelwerks in Kraft, der die Zertifizierung neuer Light Sport Aircraft betrifft. Die FAA erweitert damit die Möglichkeiten innerhalb der Light-Sport-Kategorie deutlich.

Für Bristell ist dabei insbesondere die neue B23M interessant. Sie nutzt die Zelle des musterzugelassenen Bristell B23, die nach den Standards von FAA Part 23 entwickelt wurde. Der B23M ist für den US-Markt als Light Sport Aircraft nach den neuen MOSAIC-Regeln vorgesehen.
Bei der B23M kann das Flugzeug individuell konfiguriert werden. Zur Auswahl stehen unter anderem verschiedene Rotax-Triebwerke, unterschiedliche Propeller und eine individuell abgestimmte Avionik. Auch ein BRS-Gesamtrettungssystem ist vorgesehen. Die B23M ist dabei ausdrücklich für den amerikanischen Markt ausgelegt.
Damit eröffnet MOSAIC insbesondere Sportpiloten in den USA Zugang zu Flugzeugen, die bisher innerhalb der bisherigen Light-Sport-Regelungen nicht in dieser Form zur Verfügung standen.

Neben der Technik stand in Oshkosh vor allem eines im Mittelpunkt: die Menschen hinter den Flugzeugen! So berichtete Bristell beispielsweise über die Übergabe einer neuen Bristell Classic 912 iS an Bernardo aus Monterrey. Er hatte sich bewusst gegen den Kauf eines gebrauchten Flugzeugs entschieden und stattdessen seine Bristell von Beginn an nach eigenen Vorstellungen konfigurieren lassen – einschließlich der Lackierung in Military Grey. Die Übergabe erfolgte schließlich in Oshkosh. Aus der individuell zusammengestellten Konfiguration wurde damit das erste eigene Flugzeug eines Piloten.

Auch eine weitere Übergabe sorgte für einen besonderen Moment: Dosko kam gemeinsam mit seiner Familie nach Oshkosh, um die Schlüssel zu seiner neuen Bristell entgegenzunehmen. Die Entscheidung für das Flugzeug fiel unter anderem aufgrund der modernen Technik, der Wirtschaftlichkeit und der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten für Ausbildung und Reisen. Die blaue Lackierung hatte darüber hinaus einen ganz persönlichen Grund: Sie sollte zum eigenen Fahrzeug passen.

Solche Geschichten zeigen, dass hinter einem Flugzeugkauf weit mehr steckt als technische Daten und Ausstattung. Für viele Piloten ist das eigene Flugzeug ein lang gehegter Traum.

Eine Premiere gab es in diesem Jahr ebenfalls: Bristell veranstaltete erstmals ein eigenes Owner and Operator Meet and Greet. Am Mittwoch, dem 22. Juli, trafen sich Bristell-Eigentümer, Piloten und das Herstellerteam direkt auf dem Ausstellungsgelände. Der Termin war bewusst unkompliziert gehalten – ohne formelles Programm und ohne Einladungspflicht. Im Mittelpunkt standen Gespräche über das praktische Fliegen mit einer Bristell: über Erfahrungen im täglichen Betrieb, individuelle Ausstattungen, Reisen und natürlich auch über persönliche Fragen an das Herstellerteam.
Für viele Teilnehmer dürfte dabei besonders der direkte Kontakt zu Bristell-CEO Martin Bříštěla interessant gewesen sein. Ein solcher persönlicher Austausch bietet eine ganz andere Möglichkeit, Erfahrungen und Anregungen weiterzugeben, als dies beispielsweise über E-Mail oder soziale Medien möglich wäre.

Aus den während der Veranstaltung veröffentlichten Erfahrungsberichten ergaben sich einige wiederkehrende Punkte. Viele Besucher waren überrascht von der Breite des Cockpits und dem damit verbundenen Platzangebot. Auch die große Kabinenhaube sorgte regelmäßig für Aufmerksamkeit. Das weitreichende Sichtfeld gehört zu den markanten Eigenschaften der Bristell und wird im Cockpit unmittelbar erlebbar.

Ebenso häufig angesprochen wurde die Garmin-Avionik und die Möglichkeit, das Panel entsprechend den eigenen Anforderungen zu konfigurieren. Zusammen mit den verschiedenen Rotax-Motorisierungen ergeben sich damit zahlreiche Möglichkeiten, ein Flugzeug auf den vorgesehenen Einsatzzweck abzustimmen.

Auch die Verarbeitung der in Tschechien gefertigten Ganzmetallflugzeuge wurde von vielen Besuchern aufmerksam betrachtet. Bristell fertigt seine Flugzeuge in Kunovice, Tschechien, und ist seit 2009 als Hersteller tätig.

Gerade eine Veranstaltung wie Oshkosh bietet hierfür die passende Umgebung: Flugzeuge werden nicht nur aus der Distanz betrachtet, sondern ausgiebig besichtigt, angefasst und im Detail verglichen.

Mit fünf ausgestellten Flugzeugen, zahlreichen Gesprächen, voll ausgebuchten Demo-Flügen und der ersten eigenen Owner-Veranstaltung war die EAA AirVenture Oshkosh 2026 für Bristell ein besonderes Ereignis.

Für uns als deutschen Bristell-Händler ist es besonders spannend zu sehen, wie sich die Marke international weiterentwickelt und welche Resonanz die Flugzeuge bei Piloten und Besuchern erhalten. Oshkosh hat einmal mehr gezeigt, dass moderne Leichtflugzeuge nicht nur aus technischen Daten bestehen. Im Mittelpunkt stehen Menschen, ihre Begeisterung fürs Fliegen und die Frage, welches Flugzeug am besten zu den eigenen Vorstellungen passt.

Und genau dafür bietet eine Bristell viele Möglichkeiten.